Zwei Tage vor dem Urlaub unter dem Motto "Easy going" oder "Die Entdeckung der Langsamkeit" wurde das neue Schmicking MTB fertig. Jetzt konnte es losgehen!
Zwei kurze Stippvisiten in die heimischen Wälder mussten als Test bis dahin genügen. Im Südschwarzwald ging es zunächst etwas zaghaft, dann immer unternehmungslustiger tief in die Wälder hinein. Eine Wanderkarte 1:25.000 diente als Orientierung. Steigungen bis 11 % mit trockenem Untergrund waren gut zu nehmen. Ab 14 bzw. 16 % Steigung sah das ganze dann doch etwas anders aus, wenngleich auf Asphalt auch kein Problem. Die Entfernungen von 50-80 km, die mit dem Rennbike locker zu schaffen sind, kann man mit dem MTB allerdings nicht erreichen.
Tages-Distanzen auf Waldwegen um die 30 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigungsrate von 5 % und durchschnittlichen 500 Höhenmetern, reichen um die Muskel zum Qualmen zu bringen. Die Gangschaltungabstufung 20-34 erlaubt auch an 11 % Rampen im Tannenwald noch fast in Schrittgeschwindigkeit voran zu kommen und noch genug Druck auf das Vorderrad zu bringen.
Endgeschwindigkeiten von um die 40 km/h bergab auf Waldwegen bringen dann den Pepp. Allerdings habe ich dazu niemals die Gänge 48-11 benötigt. Die Energie wird mittels einer Magura Scheibenbremse kaputt gemacht. Verzögerung gut, aber auch hier gelten die physikalischen Prinzipien. Leider musste ich das auf einer kurzen Straßenabfahrt erleben als mir unvermittelt eine junge Katze unter das Vorderrad kam. Das Bike tangierte das weniger, die Bereifung und die Felgen auch nicht, allerdings hat es das Leben der jungen Katze gekostet. Nicht auszudenken, wenn bei einer Nachtfahrt mir eine Wildsau vors Rad gelaufen wäre …
Die 190er Kurbeln geben genug Hebelkraft, um einigermassen entspannt die Berge zu nehmen.
Die Schwalbebereifung mit dem Smart Sam ist völlig ausreichend für Gelände und ist auch ein guter Kompromiss, um mal Straße zu fahren zu können. Ich bin mit 2.5-3 bar gefahren.
Die 12 cm Bodenfreiheit sind anzuraten, um es bei Schlaglöchern und Rinnen etwas rasanter angehen lassen zu können.
Die Stille und die Ausblicke auf die Berner Alpen – Eisberge – sind gigantisch! Allerdings war es dieses mal meist so diesig, dass wir diese nur an sehr klaren Tagen erkennen konnten.
Die Gegend zwischen Todtmoos, St. Blasien, Schluchsee, Murgtal, Albtal, Rickenbach – also im oberen Hotzenwald – eignet sich gut für Tagesausflüge auf gut beschilderten MTB Strecken. Sie gilt als das Sonnenplateau im Südschwarzwald. Die Temperaturen waren durchweg um die 20 Grad, auch noch Ende September
Kulinarisch hat der Südschwarzwald auch einiges zu bieten. So haben wir des öfteren bei Schwarzwälder Schinkenplättle und Radler den Tag ausklingen lassen.
Ich kann die Gegend nur empfehlen mal auszuprobieren, auch als Winterausgleichstraining zum Rennbike.