Durch etwas Glück lernte ich vor geraumer Zeit Hannes kennen. Er hat eine kleine Wasserskischule, bei der man alles fahren oder zumindest versuchen kann zu fahren, was sich durch Geschwindigkeit auf dem Wasser hält. Nachdem ich schon bei
H2Oski.de Erfahrung an der Wasserskibahn gemacht und dort das Fahren gelernt hatte, versuchten wir dann mal, was hinter dem Boot und Jet geht. Und es ging alles ohne Probleme, obwohl er noch nie einen verrückten Rollifahrer mit dem Jet oder Boot über das Wasser gezogen hatte.
Dieses Jahr hatte Hannes mit seinem Laden (
www.Jetsurfen.de) eine Reise nach Norwegen geplant. Mal auf dem sauberen Flusswasser, welches auch ohne Probleme als Trinkwasser zu verwenden gewesen wäre und dessen Arm in einem Fjord endete, das Boot ins Wasser zu schmeißen, um in aller Einsamkeit dem schönen Laster Wasserski zu frönen.
Wobei hierbei zu erwähnen bleibt, dass es sich bei dem Boot nicht gerade um ein Rentnerboot zum Rumschippern mit untermotorisierter Leistung handelt, sondern um ein Hammerteil, welches nur für den einen Bestimmungszweck gebaut wurde, der da lautet: WASSERSPORT!!!!!!!!!!

Na ja, lange Rede kurzer Sinn. Es passte genau in meinen Urlaub und ich konnte gar nicht anders, als dieses verlockende Angebot anzunehmen. Also ging es mit einem Auto voll bis an die Halskrause (Handbike, Wakeboard, usw.) gen Norwegen. Bis zur Fähre nach Hirtshals sind es zwar 900km, aber den gleichen Weg legt man im Winter auch zurück, um sich im Schnee den A.... abzufrieren. Also auf nach Norwegen.
Auf der Fähre angekommen traf ich dann auch schon zwei wasserskiverrückte Leute, die mit uns zum Boarden fuhren.... Genau in der Sekunde begann der Urlaub. Deutschland war schon weit weg und so langsam fühlte sich alles nicht mehr so eng an. Als Rollifahrer hat man keinerlei Probleme an Bord der Fähre zu kommen. Einfach beim Einchecken das Personal auf den Rolli aufmerksam machen und man bekommt einen Parkplatz auf dem Autodeck, an dem man problemlos aussteigen kann. Die Fähre schlägt übrigens ein Tempo an, dass wir unsere erste Wasserskisession schon hinter ihr abhalten wollten. Um ca. 11 Uhr morgens, nach 3,5 Stunden Fahrt der Fähre, rollten wir in Kristiansand an Land und danach ging es schnurstracks nach Evje (ca 65km entfernt) zum Campingplatz
Trollaktiv.no, der auch über ein Rolli-WC & Dusche verfügt. Auf dem Platz gibt es noch zusätzlich eine Hütte für Rollifahrer, die etwas größer ist und über eine Rampe verfügt. Wie es da drin aussah, kann ich Euch aber leider nicht sagen, da ich einfach bei meinen Freunden in einer Vierer-Blockhütte wohnte. Die ganz Harten von Euch können sich auch ein Tipi-Zelt mieten und im eigenen Schlafsack übernachten, oder mal an einer Rafting Tour teilnehmen, die auf dem Platz angeboten wird. Diejenigen von uns, die im Tipi übernachteten, sahen jedenfalls morgens immer ziemlich zerknautscht aus. Aber nur die Harten kommen in den Garten!
Als wir auf dem Platz ankamen, war auf jeden Fall das Erste was ich hörte nicht: "Wo können wir pennen?"
Sondern: "Ich würde sagen wir fahren direkt zum Boot!", denn selbiges war schon zu Wasser gelassen worden.
Yes... Neoprenanzug an, Board raus und aufs Wasser.
Andächtig schaute ich auf den ruhigen Fjordausläufer. Das blaue Wasser war umrahmt von schöner Natur. Wunderschön!!! Unbeschreiblich schön!!! Das Wasser war dann wider Erwarten doch nicht so kalt wie ich gedacht hatte. Da ich ja die Nacht mit dem Auto unterwegs gewesen war und nur eine kurze Schlafpause einlegt hatte, war ich abends ziemlich geschafft und fertig, als wir noch in einer kleinen Küche auf dem Campingplatz zusammen saßen. Bei einem schönen Glas Wein und einem leckeren Stück frischem Lachs, welcher ja wohl in Norwegen obligatorisch ist, (für Insider: Ich sach nix!!!!LOL) ließen wir mit dickem Grinsen über die geilen Eindrücke der letzten Stunden, den Tag ausklingen und waren einfach nur stoked*.
Ja, was soll ich sagen und genau so ging es dann Tag ein Tag aus aufs Wasser und wir hatten alle einfach nur "Spaß inne Backen". Alleine auf glattem Traumwasser in einem schönen Land. So alleine, dass wir zwei Kajaks, die uns mal kreuzten, fast übersehen hätten und diese Begegnung unser einziger Fremdkontakt zu anderen Booten war.
Das Handbike kam natürlich auch zu seiner Bestimmung. Es war einfach nur genial mit dem Bike immer schön den Flusslauf hoch. Obwohl es eine Hauptstraße war, kamen nicht so viele Autos an mir vorbei und ich bin die ganze Zeit gefahren, ohne an irgendeiner Ampel oder sonstwo warten zu müssen. Auf dem Rückweg zum Platz hatte ich dann noch Rückenwind und die Straße war leicht abfallend und ich hab' mal richtig gehen lassen. Mein Tacho kam auf Hochtouren und ich fuhr mich noch ein wenig "breit". Aber nicht, dass Ihr denkt, ich hätte an dem Tag meine tägliche Dosis Wakeboarden ausfallen lassen!
Ja, und Ihr ahnt es schon: Der Urlaub verging viel zu schnell und eigentlich hätte ich gerne noch viel, viel mehr erlebt. Aber leider ist man schneller als man denkt wieder in seinem Auto und auf der Rückfahrt. Was bleibt, sind nette neue Bekanntschaften, die hoffentlich halten, Photos, Videos und supertolle Erinnerungen an schöne Zeiten - einfach an Momente, die das Leben lebenswert machen.
Irgendwie hält man selber jede Sekunde, die man in so einem Urlaub erlebt hat, für erzählenswert und ich hoffe dabei doch, dass ich Euch nicht mit meinem ausschweifenden Text gelangweilt habe.
Ich kann nur jedem von Euch empfehlen, mal selber nach Norwegen zu fahren. Sei es aus sportlichen Gründen wie bei mir, oder einfach, weil man mal eine Rundreise in diesem schönen Land machen möchte. Wie ich hörte, sind in Norwegen sehr viele Campingplätze behindertengerecht und wenn man sich nicht von den hohen Preisen im Supermarkt und dem nicht immer so supertollen Wetter abschrecken lässt, ist das schöne Land immer eine Reise wert.
Ich hoffe für mich, dass ich nicht das letzte Mal dort war!
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