Markus Schulz

Markus Schulz

Nach einem schweren Motorradunfall im September 1996 war ich nicht mehr in der Lage, mein altes Leben fortzusetzen. Es brauchte auch eine ganze Weile, bis ich mich von diesem Schock erholt habe und fähig war, die neue Herausforderung zu meistern und mich nicht länger hängen zu lassen. Dabei fiel die Konzentration zunächst auf sportliche Betätigungen:

Die erste Sportart, an der ich mich versuchte war Badminton bei der Behindertensport-Gemeinschaft Gummersbach (BSG), ein Reha-Sport, den eigentlich jedermann ausüben kann und der auch sehr schnell Erfolgserlebnisse bringt. Doch das wurde mir schon fast zu langweilig, und so fing ich in 2002 mit Sledge-Hockey bei den EHC Yetis Wiehl an. Spielregeln, Spielfeld, Spielverlauf und Kleidung entsprechen dem Eishockey. Anstelle der Fortbewegung auf Schlittschuhen kommen die Spieler auf Schlitten zum Einsatz. Zur Fortbewegung und zum Spiel dienen zwei kurze Schläger, deren Griffenden mit Spikes besetzt sind. Mit den Yetis ging es ganz schön rasant zu und wir sind in den Jahren 2002 bis 2005 ganze drei mal Deutscher Vizemeister geworden.

Etwa zeitgleich fing ich mit meiner großen Leidenschaft an, dem Wasserski. Ausschlaggebend war dabei vor allem die Bekanntschaft mit Freddy Pritzkau, die durch meine Ex Freundin zu Stande kam. Er war die treibende Kraft, die mich zu meinen ersten Fahrversuchen auf dem Wasser und vielen weiteren Wagnissen ermutigte.
Wie aller Anfang, war auch meiner beim Wasserski schwer. Aber schon nach einer Saison bin ich sogar weiter als nur bis zur ersten Kurve gekommen! Wie das mit dem Wasserski genau funktioniert, könnt ihr hier nachlesen.

Aber diese beiden Sportarten reichten noch nicht aus, meinen neu entdeckten Tatendrang zu stillen und so fing ich auch noch mit Rollstuhl-Basketball – meiner zweiten großen Leidenschaft – im TV Donrath an. Da Donrath für mich, und auch für Freddy, nicht gerade um die Ecke liegt, waren wir in 2004 dann die treibenden Kräfte für die Neugründung der Rollstuhl-Basketballabteilung (Behindertensportabteilung) beim TV Kleinwiedenest 1890 e.V. in Bergneustadt, wo ich darüber hinaus auch als Pressewart tätig war. 2007 gründeten wir hier auch noch eine Rolli-Kids Gruppe, welche körperbehinderten Kindern Bewegung, Sport, Spiel und Spaß ermöglichen soll. Seit 2010 spiele ich als aktiver Speiler bei dem ASV Bonn II in der Regionalliga West, seit 2011 in der ersten Mannschaft des ASV Bonn in der 2. Bundesliga Nord.
Mein Basketball-Rollstuhl ist ein Schmiking Modell „Fast Break“. Das Besondere an diesem Basketball Rollstuhl ist, dass er nach Körpermaßen gefertigt ist und gerade mal 8,5 kg wiegt. Er hat ein absolut spielfreies und verwindungssteifes Achssystem mit Schnellverschlüssen, die Vorderräder sind im Rahmen eingebaut, er hat eine gepolsterte Rückenlehne mit anatomisch anpassbarer Rückenbespannung und das Anti-Kipp Rad ist fest und gefedert. Die perfekte Anpassung an meinen Körper gekoppelt mit den anderen Besonderheiten ermöglicht mir schnellstmögliche Reaktion, Wendigkeit und offensives Fahrverhalten.

Da die Zusammenarbeit mit dem TVKW sehr gut lief, gründeten wir 2005 auch noch gleich ein Handbike-Team, mit dem regelmäßig trainiert und an zahlreichen Marathonrennen teilgenommen wurde und wird. Meine persönliche Bestzeit (01:51:10) habe ich 2007 am Berlin-Marathon mit meinem Sopur-Sitzbike „Shark“ erzielt. Das Shark ist zwar im Vergleich zu anderen Bikes relativ schwer mit seinen 12 kg, hat dafür aber eine angenehm anatomisch geformte Rückenlehne und ein verstellbares Kurbellager, was die Ermittlung des Kurbelpunktes möglich macht.
Wegen zeitlich aufwendigem Engagement im Rollstuhl-Basketball und im Verein fahre ich aber momentan nur noch Just-for-Fun.

Im Alltag fahre ich z.Zt. einen Küschall K4 mit einem guten Dämpfungssystem. Er wiegt gerade mal 9,2 kg, hat eine klappbare Rückenlehne und einen V-Vorderrahmen mit 78°-Winkel für eine ausgedehnte Beinführung.

Seit Mai 2008 bin ich nun auch beruflich wieder gefordert, als Mitarbeiter bei Medica-Technik. Hier bin ich mit-verantwortlich für den Aufbau und die Pflege dieser Seite und fungiere darüber hinaus als Reha-Berater. Ich freue mich, wenn Sie mich ansprechen!

Markus Schulz, Email: markus.schulz(at)medica-sport.de