Freddy Pritzkau


Freddy Pritzkau1992 hatte ich einen folgenschweren Unfall auf dem Weg zur Arbeit. Seitdem sitze ich im Rollstuhl.
Noch während meines Aufenthaltes im Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum machte ich erste Erfahrung mit Rollstuhl-Basketball und lernt dort von Thomas Schmicking kennen, der ein paar Jahre vorher sein eigenes Reha-Unternehmen gegründet hatte. Er beriet und berät mich auch heute noch hinsichtlich aller Arten von Rollstühlen und stelle seinerzeit erste Verbindungen zum Rollstuhl-Basketball her, was ich bis zum heutigen Tage noch rege und gerne spiele. Zusammen mit Markus Schulz war ich erst lange Zeit im TV Donrath aktiv und seit 2004 beim TV Kleinwiedenest 1890 e.V..
Mein Basketball-Rollstuhl ist ein „Fast Break“ Schmicking, er ist perfekt an meine Körpermaße angepasst. Er hat ein absolut spielfreies und verwindungssteifes Achssystem mit Schnellverschlüssen, die Vorderräder sind im Rahmen eingebaut und das einzelne Anti-Kipp Rad ist zwar fest aber gefedert. Diese Beschaffenheiten ermöglichen die optimale Nutzung meiner Kräfte.

Auf der Suche nach neuen Hobbys und Möglichkeiten fand ich nur kurze Zeit nach meinem Unfall Kontakt zur Behindertensport-Gemeinschaft Gummersbach, wo ich als einer der erster Rollstuhlfahrer mit Querschnittslähmung meinen Segelschein machte! Diesen Sport betreibe ich heute jedoch nur noch im Urlaub! Statt dessen brachte mich Thomas Schmicking auf die Idee, mit Wasserski anzufangen. Dieser Sport war bis zu diesem Zeitpunkt noch ein völlig unbeschriebenes Blatt in Deutschland. Wie das genau funktioniert, könnt ihr hier oder auch in unserem Portal unter www.h2oski.de nachlesen. Denn seit 2002 veranstalte ich mit ein paar treuen Freunden und Helfern selber Wasserski-Events für Menschen mit und ohne Behinderung an der Seilanlage in Langenfeld, welche stets gut besucht sind.

Kurzzeitig probierte ich mich auch im Sledgehockey bei den Yetis in Wiehl. Zwar gefällt mir der Sport sehr gut, aber ist für die Art meiner Behinderung nicht so gut geeignet. Statt dessen widme ich mich seit 2004 lieber voll und ganz dem Handbiken. Nach dem ersten Schwalbe-Rolliday (www.rolliday.de) stellte Manuela Zahn (Mitarbeiterin der Ralf Bohle GmbH und Organisatorin des Rolliday) die Frage ob ich nicht Lust auf Handbiken hätte. Darüber hatte ich bis dahin noch nicht ernsthaft Gedanken gemacht – kurz darauf habe ich mir dann aber ein Sopur-Sitzbike „Shark S“ gekauft. Das Shark hat eine anatomisch geformte Rückenlehne und ein verstellbares Kurbellager, was die Ermittlung und Anpassung des Kurbelpunktes möglich macht. Dies ermöglicht die perfekte Übertragung der Kraft auf die Räder.
2006 gründen wir (Markus Schulz, Markus Pilz, Jörg Müller, Jörg Pieper und Friedhelm Müller) das Handbike-Team des TV Kleinwiedenest 1890 e.V. (www.handbiken.eu). Mittlerweile ist unser Team auf 16 Mitglieder angewachsen und nimmt erfolgreich an zahlreichen Marathonrennen deutschlandweit teil.

Im Jahre 2005 machte ich schließlich die Bekanntschaft von Nick Lanquetin, einem österreichischen Kite-Surfer. Nick und zwei Freunde arbeiten seit 2003 an der Realisierung des Projektes „Kiten für Menschen mit Behinderung“ (www.rollnfly.de) auf der Insel Föhr. Kite-Surfen ist ein Wassersport, bei dem man sich von einem ziemlich großen Kite (ähnlich einem Gleitschirm) auf einem Board übers Wasser ziehen lässt. 2006 bin ich dann auch zu meinem ersten Kite-Urlaub aufgebrochen und habe durchaus Gefallen an dem Sport gefunden. Leider kann man diesen nur am Strand ausüben, was regelmäßiges Üben leider ausschließt.


Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen.

Freddy Pritzkau, Telefon: 02264/409100, Email: freddy.pritzkau(at)medica-sport.de